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Hintergrund und Ziele

Ganztagsschulen und Ganztagsangebote für Grundschulkinder sind zu einem wichtigen Bestandteil der Bildungslandschaft in Deutschland geworden, die dazu beiträgt, dass Eltern Familie und Beruf vereinbaren können. Sie wünschen sich qualitativ hochwertige und flexible ganztägige Bildungsangebote, die die Entwicklung ihrer Kinder bestmöglich fördert. Daher soll ein Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für alle Kinder im Grundschulalter ab dem 1. August 2026 stufenweise eingeführt werden.

Gute Bildung - Gleiche Chancen

Um die Chancen des Ganztags optimal zu nutzen, ist aber nicht nur der quantitative Ausbau des Ganztagsangebots wichtig, sondern entscheidend ist auch die Qualität der Angebote.

Ein guter Ganztag ist dann gegeben, wenn sich Kinder wohl fühlen. Deswegen wird das ESF-Bundesprogramm „Gemeinsam für Qualität: Kinder beteiligen im Ganztag“ gestartet, das pädagogische Fach- und Lehrkräfte an Grundschulen in einem gemeinsamen Prozess bei der Weiterentwicklung und Erprobung eines Partizipationskonzepts als Teil ihres Ganztagsschulkonzepts unterstützt. Schülerinnen und Schüler sind dabei von entscheidender Bedeutung und auch ihre Familien werden mit einbezogen. Damit will der Bund, neben dem notwendigen quantitativen Ausbau der Ganztagsbetreuung auch wichtige Impulse für eine Verbesserung von Bildung und Betreuung im Ganztag leisten und die damit verbundenen Qualitätsansprüche sowie Bildungs- und Teilhabechancen für alle Kinder sichern. Die Gesamtausgaben im Rahmen des ESF Plus-Programmes belaufen sich auf rund 81,5 Millionen Euro. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) will mit dem ESF-Bundesprogramm „Ganztag“ Impulse zu einer notwendigen Weiterentwicklung der Ganztagsangebote im Grundschulalter setzen. Die Umsetzung des Bundesprogramms erfolgt in einer Modellphase (bis 2024) und in einer Implementierungsphase (bis Ende 2027).

Kinder beteiligen im Ganztag

Das zentrale Anliegen des Programms liegt in der Schaffung von partizipativen Strukturen in der Ganztagsgrundschule als gemeinsames Angebot von Schule und Jugendhilfe. Damit soll vor allem das Grundrecht von Heranwachsenden auf Teilhabe gestärkt, die Etablierung und Aufrechterhaltung einer demokratischen Gesellschaft gefördert und durch eine Veränderung der Lern- und Lehrkultur die Qualitätsentwicklung der Arbeit im Ganztag unterstützt werden.

Die Bedürfnisse der Kinder bilden in diesem Prozess den zentralen Ausgangspunkt. Die Kinder werden aktiv in die Ausgestaltung der Ganztagsangebote eingebunden und Demokratie so für sie erlebbar gemacht.

Fachkräfte qualifizieren – Prozesse demokratisieren

Ausgewählte pädagogische Fachkräfte der schulischen Betreuung und Lehrkräfte an den beteiligten Grundschulen werden in Tandems qualifiziert und in die Lage versetzt, Partizipationsmöglichkeiten im Ganztag zu erkennen, zu gestalten und dadurch eine demokratische Schulkultur zu befördern. Für die Ausgestaltung der Tandem-Qualifizierung stellt das BMFSFJ ein im Vorfeld entwickeltes Fortbildungs-Curriculum zur Verfügung.

Ziel ist die Erstellung eines Ganztagsschulkonzeptes, das insbesondere die Grundschulkinder und deren Eltern miteinbezieht und entwickelte Partizipationsansätze im Ganztagsschulkonzept fest verankert. Damit soll ein qualitativ hochwertiges Ganztagsangebot geschaffen und gleichzeitig demokratisches Handeln befördert werden.